Bisher ist Israel vom syrischen Bürgerkrieg verschont geblieben. Doch angesichts der Bilder der Flüchtlinge, die zu Tausenden nach Europa strömen, hat nun auch in Israel eine Debatte darüber begonnen, ob man nicht mehr für die bedrängten Menschen aus dem Nachbarland tun sollte.


Ja, sollte man, entschieden Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und seine Minister.
Israel sei zu klein, um syrische und afrikanische Flüchtlinge aufzunehmen, sagte Netanjahu. „Wir müssen die Kontrolle über unsere Grenzen sicherstellen“, verlangt er und lässt seinen Worten erste Taten folgen.

Am Sonntagabend besuchte der Regierungschef im Süden in der Nähe von Eilat die Baustelle, an der jetzt die Arbeiten für einen neuen Hochsicherheitszaun entlang der jordanischen Grenze begannen. Das erste Teilstück ist 30 Kilometer lang, die gesamte Grenze rund 400 Kilometer.

Alle anderen Landgrenzen sind schon durch Zäune gesichert. Zuletzt wurde eine 240 Kilometer lange Sperranlage an der Grenze zu Ägypten auf der Sinai-Halbinsel fertiggestellt. Dort waren noch vor wenigen Jahren viele tausend Afrikaner ohne gültige Visa nach Israel gelangt.

Der Zaun an der Grenze zu Ägypten soll nicht nur illegale Migranten und Schmuggler aufhalten, sondern vor allem Terroristen. Erst als vor drei Jahren Islamisten vom Sinai nach Israel kamen und dort eine Anschlagsserie verübten, wurde die Sperranlage mit Hochdruck fertig gebaut.

Die Nachrichtenagentur Reuters meldete vor wenigen Tagen, dass sich zwei osteuropäische Staaten für die israelische Absperrung interessierten.