Wieso ist das „nur“ schwerer sexueller Missbrauch – und keine Vergewaltigung?

>>Oberstaatsanwalt Axel Bieler: „Eine Vergewaltigung wird nur bestraft, wenn sie mit Gewalt oder der Drohung von Gewalt durchgesetzt wurde. Davon gehen wir in diesem Fall nicht aus. Bei Kindern reicht es oft nur aus, wenn man ihnen die bloße Anweisung – wie ‚Nimm ihn in den Mund‘ – gibt. Deswegen wurde der Haupttäter auch ‚nur‘ wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes angeklagt. <<

Der Afghane wurde kurz nach der abscheulichen Tat mit noch heruntergelassener Hose vom Vater des 4-Jährigen Kindes gestellt. Der alarmierte Sicherheitsdienst verständigte die Polizei, die Beamten nahmen den Afghanen fest.

Während des anschließenden Prozesses tönte Jama B. (22) noch, dass er in Afghanistan ein bekannter Mann sei: „Ich bin ein Superstar, ein Sänger.“ Er sei von der Persönlichkeit her kein Mensch, der fähig wäre zu dem, was ihm vorgeworfen wird. Weiter berichtete er, dass er vor dem Geschehen Alkohol getrunken habe, sich aber unter Kontrolle gehabt habe. Reue zeigte er vor Gericht keine.

Alkohol? Bestimmt gab es zuvor auch noch lecker Schweinebraten, sieht Allah ja nicht, der weilt ja in Mekka und trinkt Kaaba.

Doch schlimmer noch als die Tat wiegt die Urteilsbegründung:

>>Karin Witt, Sprecherin des Landgerichts Kiel: „Das Gericht hat keine strafschärfenden Gründe, wie zum Beispiel Vorstrafen, beim Angeklagten festgestellt. Strafmildernd hat sich die Alkoholisierung und die hohe Haftempfindlichkeit des Täters ausgewirkt: Er ist jung, kann kein Deutsch und wurde in der Untersuchungshaft bereits angegriffen. Das Opfer hat die Tat gut weggesteckt, es sind keine schweren Folgen zu erwarten.“<<

Am Donnerstag urteilte dann das Landgericht Kiel: zwei Jahre und vier Monate Haft wegen schweren sexuellen Missbrauchs für Jama B.. Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig, Staatsanwalt und Verteidigung prüfen eine Revision.

Rechtsanwalt Peter Boysen hat den Eltern geraten, keine Rechtsmittel gegen das Urteil einzulegen.