Unter dem Jobcenter im früheren Rathausturm neben dem Leopoldplatz campieren Obdachlose. Die Behörde greift jetzt durch.

Etwa zehn Obdachlose leben seit Frühjahr am Fundament des schick sanierten Elfgeschossers. Unter einem Fassadenvorsprung haben sich die Männer eingerichtet: Matratzen auf purem Sand; manche haben sich kleine Bretterverschläge gebaut, um sich vor Wind und Nässe zu schützen. Jetzt hat das Jobcenter von seinem Hausrecht Gebrauch gemacht und die Polizei gerufen.

Die musste wegen gemeldeten Hausfriedensbruchs anrücken. Ein Polizist sagt, dass die Räumung problemlos ablief. Die Männer seien nach Aufforderung gegangen. Wenn sie wiederkommen, ruft das Jobcenter wieder die Polizei. Gesehen hat man die Obdachlosen eigentlich nicht. Ihre Lager in den Kellernischen sind durch Gebüsch gut getarnt. Und wegen der Dauerbaustelle ist alles eingezäunt. Da hinten läuft niemand vorbei.

Doch nicht nur das Jobcenter will Obdachlose vertreiben, auch Parteien wie die CDU und FDP wollen, dass Obachlose – die sie mit ihrer Politik produziert haben – aus den Stadtbildern verschwinden.

Sie beantragten, dass die Stadt Möglichkeiten einschränkt, die Obdachlose zur Übernachtung nutzen könnten, schließlich könne man dem Ordnungsamt nicht zumuten, dass sie stets und ständig die Obdachlosen vertreiben müssen.

Über den Antrag von CDU und FDP entschied am Donnerstag, 15. September, die Bezirksvertretung Nippes. Ein Ergebnis liegt bislang der Öffentlichkeit noch nicht vor.