Mitten in einem belebten Hinterhof, vor spielenden Kindern eröffnet ein Polizeibeamter das Feuer auf einen Flüchtenden, der mit Marihuana handeln soll. Die Polizeikugel trifft den unbewaffneten Mann ins Genick, er ist sofort tot. Alles ganz legal, sagt die bayerische Justiz, ein „tragischer Unglücksfall„. Sie stellt das Ermittlungsverfahren gegen den Todesschützen ein. Selbst in Polizeikreisen sorgt das für Kopfschütteln. Juristen fordern angesichts des Falls: Die gesetzlichen Grundlagen für den Schusswaffeneinsatz durch Polizisten müssen dringend verschärft werden.

Die Staatsanwaltschaft Traunstein hat wegen fahrlässiger Tötung gegen den Schützen ermittelt. Anderthalb Jahre lang. Jetzt hat sie das Verfahren eingestellt. Der Polizist habe völlig rechtmäßig gehandelt. Es liege ein „tragischer Unglücksfall“ vor.

 

Wozu haben Polizisten Schusswaffen wenn sie diese nicht einsetzen dürfen?
Entweder die Polizei hat Schusswaffen und benutzt diese auch mit tödlichen Konsequenzen gegen Kriminelle oder die Polizei geht in Zukunft mit rosa Wattebällchen auf Streife.