Auf eine katholische Kirche wurde ein Anschlag verübt. Getroffen hat es die Herz-Jesu-Gemeinde in der Fehrbelliner Straße 99, Prenzlauer Berg, in der Nacht zum 19. September. Kaum jemand nahm davon Notiz, kein Politiker empörte sich.

Das ist umso erstaunlicher, als in der Kirche schwerer Schaden entstand. Neben dem Haupteingang hatten die Täter eine Scheibe durchschlagen und Flaschen mit roter Farbe in einen Gemeinderaum geschleudert. Sämtliche Möbel, Schriften und Kleider sind unbrauchbar. Alles ist von getrocknetem Lack überzogen, in dem messerscharfe Splitter stecken. Die Fassade ist vollkommen beschmiert. Im Internet steht, auf einer illegalen linksextremen Plattform, der Bekennerbrief.

Doch das ist noch nicht alles. In der Bundesrepublik werden Christen verfolgt, fast so wie zu Neros Zeiten.

Erinnern wir uns an den „Marsch für das Leben“. Diese Abtreibungsgegner waren vom Kanzleramt zum Brandenburger Tor gezogen und hatten ihre Meinung kundgetan. Sie sind der Ansicht, dass der Mensch auch vor der Entbindung schon lebt und ein Recht auf Leben hat und dass die Tötung eines Embryos oder gar eines lebensfähigen Fötus höchstens im Notfall erlaubt sein dürfte.

Im Marsch für das Leben hatten sich Christen aus allen Bundesländern versammelt. Linksextreme Störer mischten sich in ihren Zug, bewarfen sie mit Kondomen, überschütteten sie mit Farbe und Schnipseln, beleidigten und pöbelten. Wenn die Polizei eingriff, skandierten sie: „Deutsche Polizisten prügeln für die Christen.“ So, als ob die Christen die Angreifer gewesen wären.

Auch von Politikern bekamen es die marschierenden Christen ab. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert zum Beispiel diffamierte sie als „selbst ernannte Lebensschützer“ und rief zu einer Gegendemonstration am Brandenburger Tor auf. Dort beschimpften weitere linke Politiker die Christen als „religiöse Fundamentalisten.

Das letzte Wochenende hat tief blicken lassen. Wir wissen jetzt, dass Christen, wenn sie ihre Überzeugungen zum Ausdruck bringen wollen, mit wütenden Reaktionen rechnen müssen. Wir wissen, dass sie von einem breiten linken Bündnis an Politikern öffentlich diffamiert und von linksradikalen Tätern angegriffen werden.

Wir wissen, dass sich dann niemand dazwischenwirft und, schlimmer noch, dass alle Rechtsbrüche und Attacken von der Öffentlichkeit ignoriert werden.