Es schien das Szenario zu sein, auf das sich Sicherheitsbehörden seit Monaten vorbereiten: Ein Mann steht mit einer Maschinenpistole auf der Straße, feuert auf Passanten und ruft dabei „Allahu akbar“.

Entsprechend groß war der Terror-Alarm, den die Frankfurter Polizei auslöste, als entsprechende Notrufe eingingen. Vor Ort dann die Auflösung: Ein 24-Jähriger hatte im Beisein von Freunden den Angriff mit einer Softair-Maschinenpistole gespielt. Begründung: Er habe die Frankfurter Polizei testen wollen.

Die Frankfurter Polizei machte den Einsatz in Frankfurt-Praunheim vom 30. August erst jetzt auf Facebook öffentlich und verband dies mit einem Appell an mögliche Nachahmer: „LASS ES EINFACH SEIN! Das wird das teuerste Spiel deines Lebens!“. Dies sei ein „Spiel ohne ‚money hack‘ und ‚respawn'“, heißt es in dem Facebook-Post, also ein Spiel, bei dem man sich nicht einfach wieder zum Leben erwecken und Geld besorgen kann.

Die Beamten deuten mehrfach an, dass an jenem Dienstagmorgen im August auch Schüsse auf den vermeintlichen Angreifer im Raum gestanden haben. Man müsse schließlich davon ausgehen, dass echt aussehende Waffen auch echt seien.

„Es wurden augenblicklich starke Kräfte aus ganz Frankfurt zusammengezogen, darunter auch Spezialkräfte und Interventionsteams“, schildert die Polizei den Einsatz. „Auf der sogenannten ‚Adlerwiese‘ wurden der verantwortliche Mann in Begleitung zweier weiterer Männer und einer Frau durch die schwer bewaffneten Polizeibeamten festgenommen.“

Der polizeibekannte 24-Jährige, der den Einsatz unverletzt überstand, muss sich nun wegen des verbotenen Tragens einer „Anscheinswaffe“ verantworten. Außerdem wird ihm der Anti-Terror-Großeinsatz in Rechnung gestellt.

Warum die Polizei den dramatischen Einsatz erst nach über einem Monat veröffentlicht hat, erklärte eine Sprecherin am Donnerstag mit der Sorge vor Trittbrettfahrern. Seither habe es aber vier ähnliche Fälle gegeben, weshalb man sich nun zur Warnung vor den möglichen Konsequenzen entschlossen habe. Klar ist im Fall des 24-Jährigen immerhin: „Die Ermittlungen ergaben, dass KEIN islamistischer Terroranschlag vorlag.“