In satira veritas

Neonazi findet Rucksack mit 5000 Euro und wird noch im Fundbüro verhaftet.

Anstatt den fetten Finderlohn einstreichen zu können, klickten für den Neonazi Alf F. aus D. am Mittwoch die Handschellen.

Das hätte sich der stadtbekannte Neonazi Alf F. aus D. auch anders vorgestellt, als er am Mittwoch früh gegen 10 Uhr beim Fundbüro vorstellig wurde.

Dem Vernehmen nach hatte Alf F. am Abend zuvor einen Rucksack gefunden. Da das Fundbüro bereits geschlossen war, nahm er den Rucksack mit nach Hause, anstatt ihn der zuständigen Behörde gemäß § 965 BGB „unverzüglich“ anzuzeigen.

Nachdem nun der Neonazi gegen 10 Uhr samt Rucksack auf dem Fundbüro erschien, obwohl das Fundbüro mittwochs bereits um 9 Uhr öffnet, ließ der zuständige Mitarbeiter des Fundbüros sich nicht täuschen und alarmierte umgehend die zuständige Polizeidienststelle, welche daraufhin das Sondereinsatzkommando (SEK) verständigte.

Mit einem Trick wurde Alf F. hingehalten, so dass die Beamten des Sondereinsatzkommandos nach Evakuierung des nebenstehenden Wohnhauses und Sprengung mehrerer Türen im Eingangsbereich der Behörde, den Neonazi im Fundbüro überwältigen konnten. Wie der Pressesprecher der GSG9 nach dem Sondereinsatz mitteilte, werde noch geprüft, ob der mit 23 Warnschüssen durchsiebte Cocker Spaniel der Rentnerin Emma P. (82) im Zug des Einsatzes liquidiert werden musste, oder ebenfalls auf das Konto des Neonazis ginge.

„Diese Typen schrecken vor nichts zurück“, so der innenpolitische Sprecher der amtierenden Stadtratsfraktion. Die Unverschämtheit und Dreistigkeit, mit der dieser Neonazi hier seinen gesetzlichen Finderlohn in Höhe von 160 Euro beanspruchen wollte, um damit die rechtsradikale Szene zu unterstützen, beweise, dass der freiheitliche Rechtsstaat wehrhaft sein müsse.

Wie die zuständige Staatsanwaltschaft mitteilte, wird gegen Alf F. jetzt nicht nur wegen Unterschlagung gemäß § 246 StGB ermittelt, sondern auch wegen Sozialbetrug und Steuerhinterziehung. Hatte der Neonazi doch zwischen Dienstagabend und Mittwochmorgen ein Vermögen von 5000 Euro sowie einen Rucksack besessen und dies der zuständigen Sozialbehörde nicht mitgeteilt.

Der mehrfach wegen Falschparkens verurteilte Rechtsanwalt Dr. Müller, welcher die Pflichtverteidigung von Alf F. übernahm, bezweifelte, dass sein Mandant der Neonaziszene zuzurechnen wäre. Es müsse doch möglich sein, so der braune Verteidiger, im Namen der Meinungsfreiheit für den Ausbau der Autobahn A 24 einzutreten, wie dies sein Mandant getan hätte, ohne gleich vom Verfassungsschutz beobachtet zu werden und damit Gefahr zu laufen, die bürgerlichen Rechte aberkannt zu bekommen.

Die Verfassungsschutzbehörde sprach in diesem Zusammenhang von „einem durchsichtigen Täuschungsmanöver“. Selbstverständlich könne jeder frei seine Meinung äußern, solange er nicht den
Hitlerfaschismus glorifiziere, indem er wesentliche Teile der 3. Reich-Propaganda übernehme und gutheiße. Zudem wäre Alf F. aus D. kein unbeschriebenes Blatt, da er sich bereits durch diverse rassistische Hasskommentare auf Facebook verdächtig gemacht hätte.

Alf F., so räumte sein Anwalt auf entsprechende Anfrage ein, hatte vor Weihnachten unter dem Pseudonym „Chefkoch“ ein Rezept für die Zubereitung eines Schweineschnitzels mit Rosmarinkartoffeln gepostet.