Christbaum in Wolfratshausen zu gefährlich

Posted on November 1, 2016 von

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Zum Weihnachtsmarkt gehört ein Christbaum, nur in Wolfratshausen nicht. Die Stadt hat sich gegen einen Baum entschieden – wegen des Brandschutzes.

Er war ein elf Meter hohes Prachtstück, vor Nadeln strotzend und mit harzig-klebrigem Wintergeruch. 2015, da stand auf dem Wolfratshauser Marienplatz ein herrlicher Christbaum, so wie er eigentlich jedes Jahr dort steht. Die Menschen in der Flößerstadt werden sich mit der Erinnerung begnügen müssen, denn in diesem Jahr wird er fehlen.

Ausschlaggebend war der Brandschutz; dabei stand der Baum jahrzehntelang an seiner angestammten Stelle, ohne dass sich jemand gesorgt hätte. Warum also gerade jetzt?

Der Ursprung des Christbaum-Übels liegt beim Landratsamt, sas hatte Sicherheitsbedenken angemeldet. Auch werden die Märkte künftig deutlich weniger Stände haben, damit Rettungskräfte im Notfall besser durchkommen. „Beim Christkindlmarkt werden es nur 50 statt 80 Stände sein“, sagt Marktmeister Peter Steinberger.

Der Marienplatz bleibt also christbaumlos. Vize-Bürgermeister Fritz Schaller findet das nur halb so wild. „Der Standort war sowieso nicht optimal“, sagt er.
So ganz einleuchten will die Entscheidung trotzdem nicht. Auch andernorts stehen große Christbäume nahe an Weihnachtsmarkt-Hütten: der Münchner Marienplatz ist das bekannteste Beispiel. Sogar Verwaltungsmann Schober sagt, am Ende gehe es doch um Tradition. „Zu einem Christkindlmarkt gehört ein Baum. Sonst kann man’s gleich lassen.“

Geht es wirklich nur um Brandschutz, weil Drohungen im Rathaus eingingen, dass Allah seinen Zorn hernieder senden werde, oder will man die Invasoren nicht weiter traumatisieren, damit sie friedlich bleiben?
Wie auch immer, es ist ein weiterer Meilenstein zur Abschaffung der „Blockflöten-Tradition„.

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