Eine Spendenaktion von 25 Harley-Davidson-Fahrer zu Gunsten des Kinderhospizes in Dudenhofen fand die Polizei in Speyer offenbar gar nicht gut. Sie stoppte die Truppe in der Fußgängerzone.
Den ganzen Tag war die Truppe am Nikolaustag bei Eiseskälte mit ihren mehr als 20 Harley-Davidson-Motorrädern unterwegs, um Spenden zu sammeln für das Kinderhospiz Sterntaler. Unter ihrer Nikolaus-Verkleidung trugen sie vorschriftsgemäß Helme – nur an eine Genehmigung zur Durchfahrt der Speyerer Fußgängerzone hatten sie offenbar nicht gedacht.
Das rief die Polizei auf den Plan. Sie kontrollierte die Nikolaus-Gang vor dem Dom. Die Motorradfahrer waren direkt vom Speyerer Altpörtel, dem alten Stadttor, durch die gesamte Fußgängerzone Richtung Dom gebrettert. Am Weihnachtsmarkt mit vielen Besuchern und – ausgerechnet – an der Polizeiwache Speyer vorbei.

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Die Santa-Klaus-Gang – wie sie sich nennt – hatte zuvor in Schulen Spenden eingesammelt und dort Süßigkeiten an Kinder verteilt. Auch an Altenheimen machten sie Station. Die Fahrt wurde begleitet von Rundfunk- und Fernseh-Reportern. Ein vierstelliger Betrag war nach Angaben der Harley-Nikoläuse zusammengekommen.
An der Grundschule Böbig, beispielsweise warteten rund 140 Kinder aufgeregt auf dem Schulhof, dass die rot-bemantelte Motorrad-Gang kommt. Sie hatten wochenlang Geld gesammelt, auch an Haustüren im Ort und dort den Leuten die Aktion erklärt. Auch eine Mitarbeiterin des Kinderhospizes Sterntaler Dudenhofen war in mehreren Klassen.

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Weiter ging die Harley-Fahrt auch vorbei am Hospiz in Dudenhofen. Auf den Maschinen saßen nicht nur Weihnachtsmänner, sondern auch Frauen mit weißen Rauschebärten und Jutesäcken voll Schokolade. Die Fahrt der Santa-Gang sollte ohnehin in der Fußgängerzone Speyer enden – aber sicherlich nicht mit einer gründlichen Kontrolle.
Aktion war Polizei unbekannt
Da die Aktion der Polizei Speyer nicht bekannt war, hielten sie die Truppe an und nahmen sämtliche Personalien auf.
Ob die Fahrt jetzt ein noch unschöneres Ende nimmt, ist nicht klar. Die Polizei wägt noch ab, ob sie es bei einer Ermahnung belässt oder Bußgelder verhängt werden.