Nach Schätzungen der Wohlfahrtsverbände – eine offizielle Statistik gibt es nicht – leben etwa 20.000 Menschen in Berlin, die keine eigene Wohnung haben. „Manche gehen von 25.000 aus“, sagt Thomas Gleißner, Sprecher der Berliner Caritas. 3000 sollen permanent auf der Straße wohnen, es können aber auch mehr sein. Demgegenüber stehen momentan ungefähr 800 Plätze der „Kältehilfe“, die 1989 gegründet worden ist. In ihr haben sich private und staatliche Stellen mit dem Ziel zusammengeschlossen, Obdachlosen in der kalten Jahreszeit zu unterstützen.

Eine weitere Hauptursache für das Ausufern der Obdachlosigkeit sind massiv gestiegene Mieten, die mit einem seit Jahren bestehenden, gravierenden Mangel an sozialem Wohnungsbau einhergehen.
Inzwischen stehen auch in Stadtteilen wie Marzahn oder Spandau, in denen die Mieten nach wie vor relativ gering sind, Bewerber um frei gewordene Bleiben Schlange.

Der Flüchtlingsstrom verschärft den Wettbewerb. Anerkannte Asylbewerber müssen die Erstaufnahmeunterkünfte verlassen und sich eine Behausung suchen – und konkurrieren damit mit Bedürftigen um billigen Wohnraum. Asylbewerber haben allerdings bessere Karten, denn die Vermieter können bei diesen die Mieten hoch schrauben, die Kosten übernimmt der Steuerzahler.