Filmregisseur Kanwal Sethi ist in Indien geboren, hat aber die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. Am 31. März 2014 war er auf dem Rückweg in seine Heimatstadt Leipzig. Auf dem Erfurter Bahnhof halten ihn zwei Beamte der Bundespolizei an. Gerd H. und Thomas S. kontrollieren seine Personalien.

Der Inder glaubt, dass die Beamten ihn allein wegen seiner Hautfarbe kontrollieren. Also erklärt er beiden Beamten, dass Racial Profiling gegen den verfassungsrechtlichen Gleichheitsgrundsatz verstößt und nach internationalem Recht unter Diskriminierung fällt. Nur widerwillig gibt er ihnen schließlich seinen Personalausweis.

Doch damit ist die Geschichte noch lange nicht zu Ende. Kanwal Sethi lässt sich auch die Dienstausweise der beiden Polizisten zeigen. Dann beschwert er sich bei der Bundespolizei.

Als die Bundespolizei das Vorgehen ihrer Beamten in Schutz nimmt, nimmt sich Kanwal Sethi sich einen Anwalt.
Am 6. August 2014 geht seine Klage beim Verwaltungsgericht in Dresden ein. Heute umfasst die Akte mehrere Hundert Seiten.

Am 2. November 2016 kommt die „Verwaltungsrechtssache Kanwal Sethi gegen die Bundesrepublik Deutschland“ schließlich vor das Verwaltungsgericht in Dresden. Der Inder lässt sich durch den Göttinger Anwalt Sven Adam vertreten.

Am 1. Februar 2017 haben Kanwal Sethi und sein Anwalt Sven Adam das Urteil erhalten. Darin steht, dass die Personenkontrolle des Klägers am 31. März 2014 am Erfurter Bahnhof rechtswidrig war. Heute sagt der Inder:

>>Die wiederholten rassistischen Kontrollen sind schlimm, das widerspricht jeglichem rechtsstaatlichen Verhalten und ist ein Skandal.<<

Laut Pressesprecher des Verwaltungsgerichts Dresden, Robert Bendner, besagt das Urteil „natürlich nicht, dass der Kläger zukünftig nicht mehr überprüft werden darf“.