Nach den Parlamentswahlen in den Niederlanden setzt die Türkei auf eine heftige Kriegsrhetorik. Nicht nur der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu, sondern auch Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan befeuerten am Donnerstag bei Wahlkampfauftritten unabhängig voneinander den schwelenden Konflikt mit Europa.

Cavusoglu warnte bei einer Rede vor einem „Glaubenskrieg“ in Europa. „Ihr führt Europa einem Abgrund entgegen“, sagte Cavusoglu nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu vom Donnerstag im südtürkischen Antalya. „Bald könnten in Europa auch Religionskriege beginnen, und sie werden beginnen“.

>>Europa werde schon lernen, wie man mit der Türkei umzugehen habe, sagte Cavusoglu weiter. Ansonsten werde die Türkei es Europa beibringen. „Ihr werdet von Eurem befehlenden Diskurs absehen. Die Türkei befiehlt“, sagte er. Die Türkei sei die „Umma“, die weltweite Gemeinschaft von „zwei Milliarden“ Muslimen. „Deshalb könnt Ihr mit der Türkei nicht im Befehlston sprechen. Ihr müsst anständig reden, Ihr könnt um etwas bitten.“<<

Auch der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan legte am Donnerstag weitere Spitzen gegen die europäischen Staaten nach. Zum Anlass nahm er ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs, das besagt, dass Arbeitergeber muslimische Kopftücher und andere religiöse und politische Symbole verbieten dürfen.

>>Erdogan warf Europa einen „Kreuzzug“ gegen den Islam vor. „Wo ist die Glaubensfreiheit? Wo ist die Religionsfreiheit?“, fragte Erdogan am Donnerstag bei einer Wahlkampfrede in Sakarya. „Der Europäische Gerichtshof, meine verehrten Brüder, hat einen Kreuzzug gegen den Halbmond gestartet“, sagte Erdogan in der im Fernsehen übertragenen Rede in der Stadt östlich von Istanbul.<<

„Das ist der neue Nationalsozialismus.“, sagte Erdogan und forderte seine Landsleute in Europa auf, endlich gegen diese Unterdrückung aufzustehen und sich nichts mehr von den Europäern diktieren zu lassen, „denn ein stolzer Türke braucht keinen Herren, er ist der Herr.