Der Westen gilt bei Linksextremen und Dschihadisten als Ursache allen Übels. Nach Vorstellung beider Seiten führt er Angriffskriege, beutet die restliche Welt gnadenlos aus und zieht daraus seinen Reichtum. Islamisten und Linksextreme sehen darin gleichermaßen eine Rechtfertigung, den westlichen Feind zu enteignen.

Die linksextremistische-terroristische Vereinigung RAF etwa überfiel Banken. Auch Dschihadisten raten zu solchen Aktionen. Im westlichen Wohlstand sehen sie das Ergebnis der Ausbeutung der islamischen Welt. So argumentierte beispielsweise der Dschihadist Sheikh Fizazi, der in der Hamburger Al-Quds Moschee vor den Attentätern des 11.September predigte:

>> „Das Vermögen in Deutschland ist ein gesetzloses Vermögen, sie haben uns unsere besten Köpfe geraubt. Wie viele arabische Wissenschaftler arbeiten hier? Und wir sind ihre Sklaven. Wir sind Emigranten, das heißt moderne Sklaven. Wir sind Tellerwäscher, Straßenkehrer. Für uns bleiben nur die Krümel. Wir können ihnen gar nicht so viel wegnehmen, wie sie uns schulden.“<< Sheikh Fizazi, Prediger

Auch in Publikationen der IS-Terroristen finden sich immer wieder Aufrufe, sich der gewöhnlichen Kriminalität zwecks Geldbeschaffung zu bedienen. Dschihadisten sollten Diebstähle begehen, bewaffnete Raubüberfälle oder Internetbetrügereien. All das sei vollkommen legitim – auch islamisch gesehen, sagen die Terroristen. In „Black Flags from Rome“ heißt es beispielsweise, dass selbst Methoden der Geldbeschaffung, die normalerweise im Islam verboten sind, in Ausnahmefällen genutzt werden dürfen. Dschihadisten setzen derartige Forderungen längst in die Praxis um.

„Der Westen hat jahrhundertelang unseren Besitz geplündert. Jetzt ist Zeit für Vergeltung. In sha Allah werden wir uns rächen.“ An seine Anhänger formulierte Anwar Al-Awlaki einen Ratschlag:

>>“Auch wenn es erlaubt ist, den Besitz der Personen in Dār al-Ḥarb (Land des Krieges) zu erbeuten, empfehlen wir den Muslimen, in Staaten, wo die Volksmeinung in Bezug auf einige Angelegenheiten der Muslime unterstützend ist, keine Bürger ins Visier zu nehmen. Wir empfehlen daher, dass die Folgenden ins Visier genommen werden sollen: Staatseigentum, Banken, Weltkonzerne, Besitz von Ungläubigen mit bekannter Feindschaft gegenüber den Muslimen.“<< Anwar Al-Awlaki