Ein Mann predigt mitten auf der Königstraße, dass Muslime in die Hölle kommen. Seine Mitstreiter verteilen Bibeln auf Arabisch.

>>„Allah schickt dich in die Hölle“, so der selbst ernannte Prediger, oder: „Alle sogenannten Muslime enden in der Hölle!“<<

Die Provokation zeigt bei einigen Muslimen Wirkung: Im Zehn-Minuten-Takt wird zurückgeschimpft. Am Donnerstag musste sogar die Polizei dazwischengehen, als eine junge Muslima, die ein Kopftuch trug, mit der Gruppe in heftigen Streit geriet und den Prediger verprügeln wollte.

>>Auch das Kultusministerium hat die Prediger auf dem Schirm. „Die Königstraße ist zwar ein beliebter Ort für religiöse Gemeinschaften, die um neue Mitglieder werben“, sagt Michael-Cornelius Hermann, Pressesprecher des Kultusministeriums, „aber dass jemand sich auf einen Brunnen stellt und so aggressiv provoziert, haben wir noch nicht erlebt.“<<

Für Hermann habe der „Wohlklang“ des islamischen Gebetsgesanges eine einfühlsamere Wirkung auf die Menschen als die aggressive Pedigt.
„Da keine Strafanzeige erstattet wurde, bleibt das aber ohne Konsequenzen“, sagt Polizeisprecher Stephan Wiedmann.

Johannes, der arabische Bibeln verteilt, lässt sich davon nicht beirren. „Wir bleiben hier, die ganze Woche noch“, sagt er. Außerdem dürfe man die Predigt auch nicht falsch verstehen: „Wir lieben alle Muslime“ – sobald sie erkannt hätten, dass es Rettung nur durch Jesus Christus gebe.