Wenn man Hitler schon nicht mehr erschiessen kann und Autobahnen nicht abreissen darf, dann geht man eben gegen rassistisc-historische Bauwerke vor.

Doch welche könnten das sein? Wie wäre es mit einer Stadtmauer aus dem Mittelalter?

Stadtmauern sind ja schliesslich ein Symbol für Kleingeistigkeit und Rückwärtsgewandtheit, zumindest wenn es nach den Nürnberger Kulturterroristen geht.

Das Bündnis „Noris ohne Mauer“ hat der Stadt ein Ultimatum gestellt: Bis Ende des Monats soll der Abriss des alten, längst nutzlos gewordenen Befestigungswerks in Angriff genommen werden. Passiert bis dahin nichts, wollen die Kulturzerstörer selbst Hand anlegen.

Klingt wie ein verspäteter Aprilscherz, ist aber offensichtlich keiner. Zumindest liegt uns ein Manifest des Bündnisses vor, das auch im Internet nachgelesen werden kann.

Unter der Überschrift „Die Mauer muss weg!“ steht da zu lesen: „Nürnberg schickt sich an, im Jahr 2025 Europäische Kulturhauptstadt zu werden. Ein Unterfangen, das bizarr anmutet, denn für eines ist Nürnberg ganz sicher nicht bekannt: für eine progressive Geisteshaltung und eine zukunftsorientierte Kultur.“

Wäre es nicht so traurig, dass der Geisteszustand so manches Zeitgenossen sich nie entwickeln konnte, würde man lachen. Wollen wir hoffen, dass Nürnberg eher seine Printen Produktion einstellt anstatt historische Stadtmauern und Gebäude einreissen zu wollen.