In Italien liegen die Nerven blank. Nach der Drohung die Häfen für NGO Schiffe zu schliessen und diese ggf. mit Waffengewalt zu vertreiben, wenn Europa nicht reagiere, folgt nun die nächste Stufe der Eskalation.

Italien sieht sich allein gelassen und von Europa verarscht, darum rumort es auch gewaltig im Führungsstab des mithilfe der UNO gegründeten Flüchtlingsrats in Rom (Consiglio Italiano per I Refugiati, CIR).

Der Direktor des italienischen Flüchtlingsrats, Christopher Hein drohte nun wörtlich:
„Lassen wir alle Schiffe ankommen, öffnen wir unsere Häfen für die Flüchtlinge. Stellen wir aber Busse und Züge zu Verfügung und bringen einen Großteil der Menschen an den Brenner und nach Ventimiglia zur französischen Grenze, nach Como zur Grenze mit der Schweiz – dann wird Europa reagieren.“

Der italienische Flüchtlingsrat will also Zehntausende Migranten direkt vor Österreichs Grenze „abliefern“ und riskiert damit eine weitere dramatische Asylkrise wie bereits im Herbst 2015.

Im Verteidigungsministerium in Wien wird die Entwicklung in Italien genau beobachtet, die Vorbereitungen des Heeres für eine Grenzsicherung in Tirol mit 750 Mann laufen weiter. Inoffiziell werden die Drohgebärden in Rom scharf kritisiert.

Österreichs Innenminister Wolfgang Sobotka kündigte an:
„Klar ist, dass wir die Situation genauestens im Auge behalten und im Falle eines Ansturms das Grenzmanagement am Brenner innerhalb von 12 bis 24 Stunden hochfahren können. Klar ist aber auch, dass die Schließung der Mittelmeerroute angesichts der Entwicklungen an Italiens Küste keine Option, sondern eine Notwendigkeit ist. Die Forderung von Außenminister Kurz, den Fährverkehr für illegale Migranten hin zum europäischen Festland zu unterbinden, halte ich in diesem Zusammenhang für essenziell.“

Deutschland sieht allerdings keinen Grund, warum die Grenzen und die Mittelmeerroute geschlossen werden soll. Auch nicht, weil 70 bis 90 Prozent dieser Zuwanderer aus Nigeria, Elfenbeinküste, Senegal oder Guinea gar keine Chance auf Asyl haben.
Denn in der deutschen Politik heisst es: „Asyl in Deutschland ist ein alternativloses Menschenrecht, schliesslich leben die Deutschen ja auch hier!“.