Auch ein blindes Huhn hat ab und zu einen lichten Moment, aber leider meistens nur eine Sekunde, so wie ein Blitzlicht beim Fotografieren.

Geblendet von der Helligkeit trudelt man dann oft wieder dahin zurück, woher man kam, so auch die Italiener…

Rom verschärft zwar den Druck auf NGOs, die nicht den von der italienischen Regierung aufgesetzten Verhaltenskodex für private Seenotretter unterschrieben haben und entsendet die Marine um seine Interessen durchzusetzen, doch durchdacht waren die Befehle nicht.

>>Die italienischen Behörden haben dem Schiff „Prudence“ der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen verboten, nach Rettungseinsätzen für Flüchtlinge im Meer, diese nach Sizilien zu bringen.<<

So weit, so gut. Doch dann übernahm de Marine die 127 „Migranten“ und brachte diese nach Lampedusa.
Welch ein Teufel die Marine geritten hat, das weiß man nicht so genau. Richtig wäre es gewesen, wenn man diese an Bord der „Prudence“ belassen hätte, das Schicksal der Besatzung wäre zwar besiegelt, aber eine Warnung an die anderen NGO Schiffe.

Doch auch Ärzte ohne Grenzen hat noch etwas zu vermelden, und glaubt doch allen Ernstes, dass, nur weil man sie noch nicht fragte, ob man gegen sie ermitteln darf, keine Ermittlungen gegen sie wegen illegaler Schleuserei und Menschenhandel stattfinden.

So wies Ärzte ohne Grenzen am Samstag in Rom Berichte zurück, wonach auch sie wegen Rettungsaktionen von Migranten auf dem Mittelmeer im Visier der italienischen Ermittlern sein soll. :

>>Man sei von keiner Staatsanwaltschaft über etwaige Untersuchungen informiert worden. <<

Die Zeitung „Corriere della Sera“ hatte berichtet, dass auch Mitglieder von Ärzte ohne Grenzen wegen mutmaßlicher Begünstigung von illegaler Einwanderung ins Fadenkreuz der Staatsanwaltschaft gerückt seien.