In mehreren Schweizer Gemeinden sind Postkarten im Namen des Islamischen Zentralrats aufgetaucht, die dazu aufrufen, dass Frauen sich verschleiern sollen.

Adressiert ist die Karte unter anderem an die Bewohner der Gemeinde Lachen:
„Höflich weisen wir darauf hin, dass wir nun bald in der Überzahl sind, auch bei Ihnen in dem wunderbaren Dörfchen Lachen!“, steht geschrieben.

Auf der Postkarte sei zu sehen, wie die Zukunft des Dorfes aussehen wird: In ein Bild der Gemeinde Lachen wurden Minarette und Burkaträgerinnen eingefügt. Auffallend auch: Auf der Briefmarke ist eine Burkaträgerin zu sehen, zudem das Matterhorn und ein Schweizerkreuz, das von einem muslimischen Emblem überdeckt wird: der Mondsichel.

Auch in Schwyz, in Eschenbach SG und in Herrliberg ZH sind solche Postkarten, versehen mit den jeweiligen Gemeindewappen, bisher aufgetaucht. Lokale Untersektionen des IZRS gibt es jedoch gar nicht. Wie in Lachen wurden auch hier in Bilder der Gemeinden Minarette und Burkaträgerinnen eingefügt. Das ganze Dorf habe diese Postkarte im Briefkasten gehabt, sagt eine Bürgerin aus Eschenbach.

„Eigentlich traurig, dass es solche Idioten gibt, die glauben, dass man sowas ernst nehmen würde“, sagt ein weiterer . Er vermutet, dass Rechtsextreme dahinter stecken. „Das würde doch sonst keinen Sinn ergeben.“, sagt er.

Bei der Kantonspolizei Schwyz ist man über die Postkarten informiert: „Wir haben Kenntnis davon und haben Ermittlungen aufgenommen“, sagt Sprecher Florian Grossmann. Auch die Kapo St. Gallen hat Kenntnis von den Karten: „Wir tätigen derzeit Abklärungen dazu“, sagt Sprecher Gian Andrea Rezzoli. Auch im Kanton Zürich sind die Postkarten aufgetaucht. Die Kantonspolizei Zürich gehe der Sache nach.

Der Islamische Zentralrat der Schweiz sei nicht für die Postkarten verantwortlich, wie Generalsekretärin Ferah Ulucay sagt: „Da steckt wahrscheinlich ein übereifriger Patriot dahinter, der seine Landsleute vor einer nicht existenten Gefahr warnen wollte.“ Man nehme an, dass der Absender dem IZRS damit schaden wolle. Zudem sei das Szenario auf den Karten so fern von der Realität, dass man das Ganze mit Humor nehmen müsse.

Das ist ziemlich intelligente Werbung. Denn man geht davon aus, dass die Schweizer es nicht als Realität ansehen und es als Witz abtun, sich aber wundern werden, wenn es doch bittere Realität wird.