Deutschlands Notaufnahmen werden zum Risiko für die Patienten. Seit Jahren sind die Notaufnahmen ein Verlustgeschäft, es wird am Personal gespart. Doch Politik, Spitzenverbände und Kassenärztliche Vereinigungen streiten weiter um’s Geld. Niemand will Verantwortung für das kaputte System übernehmen.

„Jedes Jahr kommen 11 Millionen Notfallpatienten in die Ambulanzen der Kliniken. Diese Zahl steigt jährlich um rund 5 Prozent. Das ist das eine. Und auf der anderen Seite haben die Krankenhäuser keine ausreichende Vergütung. Es ist ein Verlustgeschäft von jährlich 1 Milliarde Euro.“ (O-Ton Thomas Reumann, Präsident Deutsche Krankenhausgesellschaft).

Das kann zu Lasten von Patienten gehen. Weil die Krankenhäuser in den Notaufnahmen nichts verdienen, setzen sie dort offenbar häufig Assistenzärzte ein, um zu sparen. Täglich droht die Überforderung.

„Wenn ein Notfallpatient in der Rettungsstelle sich vorstellt, dann zahlen die Krankenkassen dafür 15 Euro, wenn er während der Woche zur Tageszeit kommt. Wenn er nachts oder am Wochenende kommt, 21 Euro. “ ( O-Ton Prof. Rüdiger Heicappell, Asklepios Klinikum Uckermark).

„Grad bei Orthopädie … dann kann man sich nur wirklich anhören: nein, wir haben keine Termine, oder man sagt: ‚ist aber ein Notfall, ich hab jetzt akut Schmerzen‘ – ‚ja, tut uns leid, wir haben aber keine Möglichkeiten, sie da jetzt unterzubringen‘.“

So entsteht Stress in der Notaufnahme: Plötzlich sind zu viele Patienten da, wer kann warten, wer ist schwerwiegend krank – manchmal müssen die Ärzte im Minutentakt entscheiden. Fehler ausgeschlossen? Schwer vorstellbar.

Und dabei rühmt sich Deutschland, eines der besten Gesundheitssysteme auf der Welt zu haben …