Formel-1-Champion Lewis Hamilton ist ins Visier der allgegenwärtigen Gesinnungswächter geraten. Er hat nämlich etwas gesagt, was für Sie, liebe Leser, vermutlich völlig normal ist – und allein das ist heutzutage ja schon verdächtig.

„Buben tragen keine Prinzessinnenkleider“, das sagte er auf einem zu Hause gedrehten Weihnachtsvideo mit gespielter Strenge zu seinem kleinen Neffen, der ein blaurosafarbenes Prinzessinnenkleid anhatte – der Junge lachte, und alles war gut.

Mit Blick auf seine künftigen Werbeeinahmen hätte der Formel-1-Champion das alles wohl besser nicht getan, denn sofort nach der Veröffentlichung des kurzen Videos auf Instagram brach der Sturm der dauerentrüsteten Meinungswächter los.

>>„Hamilton habe den Buben angebrüllt, verurteilt, verhöhnt, beschimpft, verspottet, beschämt, geiferten sie in Entstellung des Offensichtlichen.<<

Er hatte gewagt zu sagen, dass Jungen keine Mädchenkleider tragen sollen, und sich damit die Wut der Blockwarte der politischen Korrektheit zugezogen.

Darin liegt die groteske Pointe der Hatz auf den Rennfahrerstar: Die selbst ernannten Hüter von Toleranz, Weltoffenheit und Gender-Vielfalt reagieren mit hysterischer Unduldsamkeit auf Meinungen, die von den eigenen abweichen. Der Andersdenkende wird charakterlich diffamiert, seine Auffassungen würde man am liebsten unter Strafe stellen.“

Ein trauriges Beispiel also dafür, wie Menschen heutzutage für ihre Meinung von gut organisierten Gesinnungswächtern unter virtuellen Beschuss genommen werden. Leider knickte Lewis Hamilton vor diesen Blockwarten der Neuzeit ein und entschuldigte sich in geradezu unterwürfiger Art und Weise. Stand zu viel Geld auf dem Spiel?

Hamilton ist unter dem Druck des tyrannischen Cybermobs zu Kreuze gekrochen.

>>“Ich bedauere mein Verhalten zutiefst“<<,

teilte er in einem von mehreren Reue-Tweets mit, und er habe nun begriffen,

„dass es nie akzeptierbar ist, irgendjemanden zu marginalisieren oder zu stereotypisieren“.

Dieses in der Sprache der neuen Meinungspolizei verfasste Schuldbekenntnis ist entwürdigend.

Dass Jungen keine Mädchenkleider tragen sollen, ist eine harmlose, weltweit geteilte, vollkommen legitime Meinung. Und gewiss keine weniger vernünftige als jene exaltierte Meinung führender Gender-Ideologen, die 60 diverse Geschlechtsidentitäten behauptet. Hamilton muss sich für nichts entschuldigen.