auch wenn Gesundheitsminister Jens Spahn etwas anderes behauptet.

 

In Deutschland gilt als arm, wer weniger als 60 Prozent des Durchschnittslohns zur Verfügung hat. 2013 waren das 892 Euro pro Monat für einen Singlehaushalt und 1873 Euro für eine Familie mit zwei Kindern.

Im Dezember letzten Jahres lag die Armutsgrenze für einen Zwei-Personen-Haushalt in Montevideo bei 29.101 US-Dollar und im Landesinneren bei 18.688 US-Dollar.

Man benötigt in Uruguay in etwa  monatlich gut 30.000 urug. Pesos (ca. 1.000 Euro). Das umfaßt alle laufenden Kosten (Strom, Wasser, Internet, Telefon, Handy, Versicherungen, Heizkosten usw.), anfallende Reparaturen an Auto, Haus und Computer, kleinere Neuanschaffungen, regelmäßige Dienstleistungen wie Putzfrau und Gärtner, Steuern, zwei bis dreimal wöchentlich zum Essen bzw. in die Kneipe gehen, Freizeitaktivitäten, Klamottenkauf, Friseurbesuche, Ausgaben für Haustiere etc. etc

An Käse gibt es in normalen Lebensmittelgeschäften eben „Queso Colonia“, „Sandwichkäse“ und Käse zum Grillen („Queso parrillero“). Die gängigen Wurstsorten sind Preßschinken („Paleta“), Fleischwurst („Lionesa“) und Mortadella („Mortadela“), und brötmäßig sind hier alle auf Baguettes („Flautas“) geeicht, nebst abgepacktem sog. Vollkornbrot („Pan integral“) und Kleiebrot („Pan de salvado).


Uruguay ist kein sog. Billigland, die Lebenshaltungskosten sind jedoch, alles in allem, dennoch recht günstig und betragen rund 60% von denen in Deutschland.
Doch Vorsicht: 3 Monate im Jahr geht es in den Bade- und Touristenorten rund. Wer das nicht beachtet, gerät in kostenintensive Fallen.

Manche Dinge kosten ungefähr gleich viel (z.B. Strom und Benzin), einige sind teurer (v.a. Autos, Telephonate und Importartikel). Vieles andere ist jedoch deutlich preiswerter (Grundnahrungsmittel inkl. Fleisch, Mieten, Krankenversicherung, Immobilien, Baukosten, Zigaretten, alkoholische Getränke, Essen gehen, Kinobesuche, kulturelle Veranstaltungen usw.).

Preise der Nobel-Supermarktkette Tienda Inglesa in uruguayischen Pesos.

  • 1 Baguette 240 g („Flauta“): 16,- $U
  • 450 g Vollkornbrot („Pan integral“) „Los Sorchantes“: 34,50 $U
  • 500 g Nudeln („Fideos“) „Adria“: 26,50 $U
  • 1 kg Vollkornreis („Arroz integral“) „Saman“: 21,- $U
  • 1 kg Weißmehl („Harina“) „Tienda Inglesa“: 17,50 $U
  • 200 g salzlose Butter („Manteca sin sal“) „Conaprole“: 35,- $U
  • 500 g Pflanzenmargarine light („Margarina vegetal aligerada“) „Flor“: 35,- $U
  • 100 g „Queso Colonia“ – „El Gaucho“: 17,70 $U
  • 100 g Emmentaler („Queso emmenthal“) „Naturalia“: 27,90 $U
  • 100 g Roquefort („Queso Roquefort“) „Santa Rosa“: 34,60 $U
  • 150 g Camembert („Queso camembert“) „Talar“: 48,- $U
  • 130 g Briekäse („Queso brie“) „Maia“: 90,- $U
  • 230 g Streichkäse („Queso untable“) „Magretto light“: 42,- $U
  • 230 g Kräuterstreichkäse („Queso untable de hierbas“) „Conaprole“: 52,- $U
  • 250 g Entkernte Oliven („Aceitunas sin carozo“) „El Emigrante“: 19,50 $U
  • 400 g frische Champignons („Champignones frescos“) „Ecuador“: 59,- $U
  • 400 g Dosen-Champignons („Champignones en lata“) „El Emigrante“: 57,- $U
  • 1 Schachtel „Marlboro“, 20 Zigaretten: 48,- $U
  • 200 g Heringsfilets in Creme („Arenques en crema“) „Rügen Fisch“: 95,50 $U
  • 680 g Weinsauerkraut („Chucrut en vino“) „Frenzel“: 122,- $U
  • 350 g Dijonsenf („Mostaza de Dijon“) „Beaufor“: 137,50 $U
  • 200 g Kräutersenf („Mostaza con hierbas“) „Beaufor“: 123,- $U
  • 680 g saure Gurken („Pepinos agrios“) „Greenhouse“: 158,- $U
  • 1 kg Rinderhack („Carne picada de novillo“): 49,90 $U
  • 1 kg Rinderhack extra mager („Carne picada especial de novillo“): 98,90 $U
  • 1 kg Suppenfleisch (Querrippe, „Asado de tira de novillo“): 72,90 $U
  • 1 kg Rinderschnitzel („Milanesa“): 149,- $U
  • 1 kg Rinderfilet („Lomo de novillo“; Foto): 375,50,- $U
  • 1 kg Rumpsteak („Entrecot de novillo“): 191,- $U
  • 1 kg Kalbfleisch („Cuadril de novillo“): 175,- $U
  • 1 kg Kalbfleisch ohne Knochen („Cuadril sin huesos de ternera“): 198,- $U
  • 1 kg Schweinekottletts („Costillas de cerdo“): 158,- $U
  • 1 kg Schweineschnitzel („Milanesa de cerdo“): 196,- $U
  • 1 kg Schweinebraten (Filet, „Lomito de cerdo“): 199,-$U
  • 1 kg Grillwürste („Chorizos parrilleros“) „La Familia“: 96,- $U
  • 1 kg Grillwürste v. Schwein („Chorizos puro cerdo“): 131,- $U
  • 1 kg Blutwürste („Morcillas“) „La Familia“: 83,- $U
  • 1 kg Hühnchen ohne Innereien („Pollo sin menudos“): 56,90 $U
  • 1 kg Rindernieren („Riñón vacuno“): 42,90 $U
  • 100 g gekochter Schinken („Jamón cocido“) „Picorell“: 14,30 $U
  • 100 g roher Schinken („Jamón crudo“) „Riviera“: 71,50 $U
  • 100 g roher Serranoschinken („Jamón crudo serrano“) „El Pozo“: 120,- $U
  • 100 g Mailänder Salami („Salame de Milán“) „La Constancia“: 19,90 $U
  • 100 g Frühlingslyoner („Lionesa de primavera“) „Centenario“: 13,60 $U
  • 100 g Leberpastete („Paté de hígado“) „Schneck“: 12,90 $U

    Gerade war ich bei einem Schweinemetzger in El Pinar. Da gab es Aufschnitt im Angebot: Für 400 g Preßschinken plus 400 g Schweinskäse, alles selbstgemacht und super lecker, bezahlte ich 60,- $U (1,70 €). Gut zwei Kilo Grillwürste kosteten 96,- $U (2,72 €). Noch Fragen?

 

Die angesehene Londoner Agentur Mercer Human Resource Consulting hat Montevideo erneut als drittbilligste Stadt von über 140 untersuchten Groß- bzw. Hauptstädten weltweit ermittelt.

Uruguay gehörte im Jahr 2016 zu den Wohlstandländern laut dem Legatum Prosperity Index nicht nur in der Region, sondern weltweit!

Je älter die Menschen werden, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie in armen Haushalten leben. Das Verhältnis beträgt 15,1% im Bereich von sechs bis zwölf Jahren und 13,5% im Bereich von 13 bis 17 Jahren. Bei Erwachsenen ist der Rückgang der Armut signifikant und liegt bei 6,4% bis zum Alter von 64 Jahren und ist bei nur 1,3% über diesem Alter zu finden.

Und wie sieht es in Deutschland aus?