Schon als Minister hatte Gabriel immer warme Worte für das deutsche Volk übrig. So nannte er es liebevoll „Pack“ oder auch „abgehängte Versager“.
Das ging den Deutschen sehr zu Herzen und darum liebten sie ihn auch so sehr.

Doch jetzt, nachdem Würselen-Schulz ihn geschast hatte und er sich vom ersten Schock erholt hat, hat Gabriel nun warme aufmunternde Worte für seine Ex-Kollegen übrig.

 

„Unsere Kinder gehen zumeist nicht in Kitas und Schulen mit mehr als 80 Prozent Migrantenanteil, wir gehen nicht nachts über unbewachte Plätze oder sind auf überfüllte öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, leben nicht in der Rigaer Straße in Berlin und wenn wir zum Arzt gehen, bekommen wir schnell Termine und Chefarztbehandlung“, erklärt der Ex-Bundesaußenminister.
Außerdem könnten die Entscheidungsträger die Gefühle derer nicht nachvollziehen, die 45 Jahre lang gearbeitet haben und von weniger als 1.000 Euro im Monat leben müssen.

 

„Der erste Trugschluss ist nämlich, dass die Debatte um den Kontrollverlust des Staats auf Fragen der inneren Sicherheit und des Grenzschutzes verengt wird.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Das gehört dazu. Aber für die allermeisten Bürgerinnen und Bürger gehört zu den ganz normalen staatlichen Aufgaben auch eine angemessene Daseinsvorsorge.

Und die umfasst zum Beispiel saubere und möglichst schöne Schulen, genug Lehrer, Haus- und Fachärzte in erreichbarer Nähe ohne elend lange Wartezeiten, einen funktionierenden öffentlichen Nahverkehr und nicht zuletzt Löhne und Renten, von denen man nicht nur überleben, sondern leben kann.

Und als Kontrollverlust des Staates empfinden es viele ganz sicher auch, wenn jeder Arbeitnehmer und kleine Handwerksmeister seine Steuern zahlen muss, große Konzerne sich aber ganz legal ihrer Gemeinwohlpflicht zum Steuernzahlen durch Flucht ins Ausland entziehen können.

Der neoliberale Zeitgeist in Wirtschaft, Politik, Medien und Lobbyinstitutionen machte es sich seitdem zur Aufgabe, für Steuersenkungen einzutreten, Personal abzubauen und den Sozialstaat zu reduzieren.

50 Prozent der Steuereinnahmen der Länderhaushalte sind Personalkosten. Und die anderen 50 Prozent sind fast vollständig gesetzlich gebunden an den kommunalen Finanzausgleich und bundesgesetzliche Aufgaben.

Die Debatte um staatlichen Kontrollverlust anhand von Alltagskriminalität, mangelnder Abschiebepraxis für abgelehnte Asylbewerber, Grenzschutz oder arabischen Großfamilien und ihren Verbindungen zur organisierten Kriminalität zu führen, ist also durchaus berechtigt.“

Auch wenn er früher gegen Nationalstaaten war, besinnt er sich derweil eines besseren und verkündet:

 

„Demokratie, Freiheit, Rechts- und Sozialstaatlichkeit funktionieren am besten in einem handlungsfähigen Nationalstaat um Daseinsvorsorge, Chancengleichheit, menschenwürdiges Altern ebenso sicherzustellen wie nachhaltige Integration, Schutz der Grenzen und der inneren Sicherheit.“