So weiss die Frankfurter Zeitung zu berichten:

 

„Die gefeierte neue Frankfurter Altstadt geht auf die Initiative eines Rechtsradikalen zurück. Das ist kein Zufall“, warnte die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, denn: „Die Rekonstruktionsarchitektur entwickelt sich in Deutschland derzeit zu einem Schlüsselmedium der autoritären, völkischen, geschichtsrevisionistischen Rechten. Denn hinter dem gleich zwei glänzenden Architekturoberflächen neu errichteter oder noch zu errichtenden Geschichtsbilder verbergen sich mitunter Machenschaften von Rechtsradikalen und selbst Rechtsextremisten.“

Politischer Auslöser dieses spektakulären Projekts war 2005 ein entsprechender Antrag der damals nur aus einem Stadtverordneten bestehenden Fraktion der Bürger Für Frankfurt (BFF). Zwar wurde der Antrag von CDU, SPD und Grünen prompt abgelehnt. Doch die Idee fand sogleich großen Anklang in der Bevölkerung. Und längst will nun fast jeder in Frankfurt schon immer für die Neue Altstadt gewesen sein. Die hartnäckigsten und fanatischsten Gegner des Projekts waren von Anfang an unter den modernistischen Architekten und Stadtplanern, aber befremdlicher Weise auch unter den Denkmalschützern zu finden.

Daran hat sich offenbar nichts geändert, wie ein fast ganzseitiger Text in der Ausgabe der Sonntagszeitung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAS) vom 8. April 2018 dokumentiert. Der Autor Stephan Trüby, Professor für Architektur und Kulturtheorie an der Universität Stuttgart, lässt schon in Überschrift und erst recht in der Unterzeile deutlich erkennen, worum es ihm geht: „Wir haben das Haus am rechten Fleck – Die gefeierte neue Frankfurter Altstadt geht auf die Initiative eines Rechtsradikalen zurück. Das ist kein Zufall“.

Was dann über vier Spalten dargelegt wird, ist der Wutausbruch eines führenden Ideologen „moderner“ Architektur gegen die in Deutschland stärker und erfolgreicher werdende Rekonstruktionsbewegung. Es ist aber auch und sogar vorrangig die Denunziation eines bekennenden konservativen Intellektuellen, der seinen sehr verdienstvollen Beitrag zum Frankfurter Altstadt-Projekt geleistet hat. Denn der Offenbacher Politologe, Historiker und Kunsthistoriker Dr. Claus-M- Wolfschlag hat 2005 gemeinsam mit dem Verfasser dieses Textes, dem damaligen BFF-Stadtverordneten Wolfgang Hübner, den folgenreichen Antrag ausgearbeitet, der nun gegen alle Widerstände realisiert worden ist.

Dr. Wolfschlag ist keineswegs ein „Rechtsradikaler“, hat sich aber mit seiner als Buch veröffentlichten Doktorarbeit über „Das antifaschistische Milieu“, ein Standardwerk über Linksextremismus in Deutschland, den bleibenden Hass der von ihm analysierten politischen Szene wie auch der weitverzweigten linksgrünen und linksliberalen Netzwerke im Kulturbereich zugezogen.

Wes Geistes Kind der Stuttgarter Architekturideologe ist, der laut Wikipedia in seinem Berufsleben noch kein einziges Haus gebaut hat, beweist der letzte Absatz seines FAS-Artikels, der so aufschlussreich ist, dass er hier vollständig zitiert werden soll:

 

„Ganz anders die neue Frankfurter Altstadt: skandalös ist hier, dass die Initiative eines Rechtsradikalen ohne nennenswerte zivilgesellschaftliche Gegenwehr zu einem aalglatten Stadtviertel mit scheinbar bruchlosen Wiederholungsarchitekturen führte; historisch informiertes Entwerfen verkommt damit zum unterkomplexen Heile-Welt-Gebaue, das Geschichte auf ein eindimensionales Wunschkonzert reduziert. Vergangenheit soll für das Publikum wie geschmiert laufen, und zwar in Richtung einer alternativen Historie für Deutschland: Einer Historie, in der der Nationalsozialismus, die deutschen Angriffskriege und der Holocaust allenfalls noch als Anekdoten einer ansonsten bruchlosen Nationalgeschichte überleben.“

Stephan Trüby, Professor für Architektur und Kulturtheorie an der Universität Stuttgart und Luxusantifaschist des Jahrgangs 1970, schreibt weiterhin:

 

Die Rekonstruktionsarchitektur entwickelt sich in Deutschland derzeit zu einem Schlüsselmedium der autoritären, völkischen, geschichtsrevisionistischen Rechten.