Oettinger hatte in einem Interview der Deutschen Welle gesagt:

 

„Meine Sorge und meine Erwartung ist, dass die nächsten Wochen zeigen, dass die Märkte, dass die Staatsanleihen, dass die wirtschaftliche Entwicklung Italiens so einschneidend sein könnten, dass dies für die Wähler doch ein mögliches Signal ist, nicht Populisten von links und rechts zu wählen.“

Und er hatte hinzugefügt:

 

„Schon jetzt ist die Entwicklung bei den Staatsanleihen, bei dem Marktwert der Banken, beim wirtschaftlichen Verlauf Italiens generell deutlich eingetrübt, negativ. Dies hat mit der möglichen Regierungsbildung zu tun. Ich kann nur hoffen, dass dies im Wahlkampf eine Rolle spielt, im Sinne eines Signals, Populisten von links und rechts nicht in die Regierungsverantwortung zu bringen.“

Die Empörung in Italien folgte prompt. Der Chef der Lega, Matteo Salvini, schrieb auf Twitter:

 

„VERRÜCKT, in Brüssel kennt man keine Scham. Der EU-Haushaltskommissar, der Deutsche Oettinger, sagt, dass die Märkte den Italienern zeigen werden, die richtige Sache zu wählen. Wenn das mal keine Drohung ist…Ich habe keine Angst.“

 

Später fügte Salvini hinzu:

 

„Wer mein Volk beleidigt, indem er sagt, dass die Märkte den Italienern lehren werden, was sie wählen sollen, muss sofort zurücktreten.“

 

 

Der Chef der Fünf-Sterne-Bewegung, Luigi Di Maio, sagte:

 

„Diese Leute behandeln Italien wie eine Sommer-Kolonie, wo sie herkommen und Ferien machen.“

 

 

Oettinger selbst entschuldigte sich kurz darauf für seine Äußerungen.

 

„Es war nicht meine Absicht, respektlos zu sein“.

 

 

Oettinger war in den vergangenen Jahren immer wieder öffentlich in Bedrängnis geraten. Anfang 2017 zog er mit einer Rede in Hamburg Kritik auf sich – einem Mitschnitt zufolge bezeichnete er Chinesen als „Schlitzaugen“ und sprach von einer „Pflicht-Homoehe“.