Sie leben im festen Glauben, sie kommen nach Europa und werden mit Geldern, Häusern und Autos überhäuft.

Und so kommt dann die Ernüchterung schneller als gedacht.
Omar hat sich entschieden. Er geht nach Frankreich, verlässt das Empfangszentrum von Modenese.

Gepflegt zu sein ist nicht genug für ihn. Unterkunft und Verpflegung sind nicht genug. Die 75 € für die Extravaganzen sind nicht genug.

So entschied er sich Ende Juli zur Selbstfinanzierung und bettelte und belästigte Personen auf Parkplätzen, „Ein Junge aus Senegal trat auf mich zu und sagte mir, dass dies sein Territorium ist und ich mir einen anderen Ort zu suchen soll“, erzählt Omar.

Also ging er zur Poliklinik, um auf diesen Parkplatz zu betteln. Es funktioniert nicht, auch an diesem Ort gab es schon einige nigerianische Jungs. „Besser nicht mit dem Nigerianer anlegen, sie warnen dich nur einmal. Auch in Afrika betrachten wir dieses Volk mit Vorsicht, sie sind berüchtigt für Gewalt und Verbrecher“, sagt Omar.

„In meinem Land gibt es keinen Krieg, es gibt keine ethnischen Konflikte, es gibt nur viel Armut und weit verbreitete Kriminalität“

Ein Freund von ihm, hat ihm eine Mitfahrgelegenheit bei“Blablacar“ besorgt, nun sitzt er in einem Wagen eines ahnungslosen Erasmus-Studenten, der nach Marseille zurückkehrt.

Sollte es Omar in Frankreich nicht gelingen viel Geld zu erhalten, dann will er weiter nach Deutschland.