
Kämpfen Bürger eines Nato-Staates auf russischem Boden? Das behauptet eine polnische Freiwilligeneinheit. Ihr Fachgebiet: „Aufklärung und Sabotage“.
Es wäre der erste Fall westlicher Kämpfer auf russischem Boden seit Putins Invasion in die Ukraine: An den Angriffen auf die Grenzregion Belgorod in Westrussland Ende Mai waren offenbar auch Mitglieder des polnischen Freiwilligenkorps (PDK) beteiligt. Das bestätigt die Gruppe am Sonntag auf ihrer Telegram-Seite.
„Alle fragen uns: Haben wir an der Operation auf dem Territorium der Region Belgorod teilgenommen? Die Antwort ist eindeutig: natürlich!“
Zum Beweis postete die Gruppe mehrere Fotos und Videos („ein paar Aufnahmen von der Reise“): Ein Video zeigt die Kämpfer mit verpixelten Gesichtern und PDK-Aufnähern in einem gepanzerten Fahrzeug; in einem anderen stehen die Kämpfer neben einem Panzer, der eine ukrainische Flagge hisst. Dass die Einheit tatsächlich in Kampfhandlungen mit russischen Truppen verwickelt war, legt eine weitere Aufnahme nahe, in der ein Verwundeter weggetragen wird.
An welcher Operation die Polen genau beteiligt waren und wann, wolle man aus Sicherheitsgründen nicht veröffentlichen, so die PDK. Die Aufnahmen seien „zeitlich verzögert“. Die Videos legen jedoch nahe, dass es sich um den ersten Angriff auf Belgorod am 22. Mai handelt, bei dem die RDK federführend war.
Dass Bürger eines Nato-Staates auf russischem Territorium kämpfen, ist eine neue Entwicklung im Ukraine-Krieg – und birgt politischen Sprengstoff. Der Westen hat immer betont, keine eigenen Truppen in die Ukraine zu schicken. Das ist auch hier nicht der Fall: Die Kämpfer des PDK sind zwar polnische Staatsbürger, aber fest in die ukrainischen Streitkräfte integriert und damit keine Truppen der Nato.
Das sieht auch der Journalist und Militärexperte Thomas Wiegold so: „Wenn ausländische Staatsbürger für die ukrainische Armee kämpfen, sind das keine Nato-Truppen. Ob das Polen oder Amerikaner sind, spielt dabei keine Rolle.“ Schon gar nicht handelten die freiwilligen Kämpfer im Auftrag der Nato, so Wiegold. „Die ukrainische Militärführung entscheidet selbst, wie sie ihre Truppen einsetzt.“
Ob Putin das ebenso sieht?
Juni 6, 2023 at 10:05 am
Ist richtig. Aber wer hält sich schon an die Haager LKO.
Juni 6, 2023 at 8:23 am
Das ist eine schon in WK II. angewandte Taktik.
Man bildete subversive Gruppen, leitete sie aktiv an und versorgte sie mit Waffen, Sprengstoff und allem was man brauchte um im Hinterland des Feindes brutal zuzuschlagen. Partisanen nannte man das wohl. Und wenn dort in Belgord wirklich subversive Gruppen tätig sind, dann dürften englische oder amerikanische Führungsoffiziere nich weit sein.
Doch diese Art der Kriegsführung dürfte gegen die Land-Kriegs Konvention verstoßen.