Die US-Luftwaffe hat die Verlegung mehrerer F-22-Jets in den Nahen Osten angekündigt, um „Unterstützung und Leistungsfähigkeit“ in der Region zu demonstrieren.

Darüber berichtete auch das aus Militärnachrichten spezialisierte US-Medium The Drive.

In einer Stellungnahme im Rahmen eines Technologie-Forums des auf Sicherheitsthemen spezialisierten Online-Mediums Defense One hatte sich auch AFCENT-Chef Generalleutnant Alexus Grynkewich zu Wort gemeldet und mehrere mögliche Begründungen für das Verhalten der russischen Piloten geliefert. Ihm zufolge hingen die gesteigerten Aktivitäten Russlands über Syrien auch mit der russisch-iranischen Zusammenarbeit im Rahmen des Ukraine-Kriegs zusammen.

Seiner Einschätzung nach ließen die russischen Aktivitäten, die auch iranische Interessen im Nahen Osten verträten, darauf schließen, dass Russland, das im Zuge des Ukraine-Kriegs zunehmend iranische Kampfdrohnen erwirbt, sich der iranischen Regierung gegenüber „verpflichtet“ fühle. Geheimdiensten zufolge gäbe es etwa Erkenntnisse, dass Russland und Iran gemeinsam an einer Erweiterung von Produktionskapazitäten arbeiten.

„Diese Dynamik resultiert meiner Einschätzung nach in einer Art Vereinbarung zwischen Russland und Iran, die beide Interessen daran haben, unsere Leute aus Syrien zu verdrängen“, zitiert The Drive AFCENT-Chef Grynkewich.

Als Beispiel für das in Dutzenden Fällen angeprangerte „aggressive und unprofessionelle Verhalten“ russischer Piloten führte Grynkewich etwa einen Vorfall an, der sich bereits im März 2023 ereignet hatte. Dabei sei ein russischer Su-27-Jet über dem Schwarzen Meer mit einer Drohne vom Typ Mq-9-Reaper kollidiert, was die Drohne zum Absturz gebracht hätte. Zuvor wären die russischen Piloten der US-Drohne mehrfach gefährlich nahe gekommen und hätten über ihr Benzin abgelassen. Nachdem die russische Militärführung den Vorfall entschieden bestritten hatte, so berichten es die USA, hätte der russische Verteidigungsminister Sergei Schoigu die beteiligten Piloten wenig später mit Orden ausgezeichnet.

Nach Grynkewichs Einschätzung bergen Vorfälle wie dieser auch weltweit Gefahren: „Wenn man hergeht und russischen Kampfpiloten Orden dafür gibt, dass sie eine Drohne mit Gas übergießen und sie dann durch eine Kollision überm Schwarzen Meer zum Absturz bringen, bedingt man damit auch, dass russische Piloten an anderen Einsatzorten auf ähnliche Ideen kommen. Etwa in Syrien“. Die Stationierung weiterer Jets sei eine Möglichkeit, solchen Entwicklungen entgegenzuwirken.

Grynkewich hält es auch für möglich, dass, sollte es den Russen und Iranern gelingen, den amerikanischen Stützpunkt zum Abzug zu zwingen, sich weitere nahöstliche Staaten auch gegen US Stützpunkte in ihren Ländern erwehren und die Soldaten zum Abzug zwingen könnten, was den Weltfrieden zerstöre und die Gefahr einen neuen Weltkrieges in greifbare Nähe rücke.